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Tropfen für Tropfen – Wenn die Prostata Probleme macht

Die Beschwerden bei vergrößerter PROSTATA können im Alltag sehr belastend sein. Welche Hilfen gibt es?

„Da kannst du schütteln, kannst du klopfen, in die Hose geht der letzte Tropfen!“ Der alte Klospruch beschreibt unverblümt, was Männer erwartet, wenn sie in die Jahre kommen. Denn etwa ab dem Alter von 40 vergrößert sich bei vielen die Prostata.
Weil die kleine Drüse direkt unter der Blase sitzt und die Harnröhre umschließt, sind Probleme programmiert. Vor allem Schwierigkeiten beim Wasserlassen sind typisch: Der Harnstrahl startet verzögert, wird schwächer. Oft dauert es länger, bis die Blase sich entleert hat, Harn tropft nach. Besonders lästig ist für viele Betroffene der nächtliche Harndrang, der Schlafstörungen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit zur Folge hat. Viele Männer fühlen sich dann regerecht als Sklaven ihrer Prostata. Vor allem, wenn die vergrößerte Drüse gegen die Blase drückt und ständig Harndrang auslöst, obwohl die Blase kaum oder gar nicht gefüllt ist. So lästig diese Beschwerden auch sein können, gefährlich ist eine Prostatavergrößerung in der Regel nicht. Dennoch sollten betroffene Männer den Arztbesuch nicht auf die lange Bank schieben.

Einfache Maßnahmen können helfen

Wenn das Abtasten der Prostata, eine Ultraschalluntersuchung sowie die Blut- und Urinprobe keine Hinweise auf Komplikationen ergeben und die Symptome nur mild sind, kann oft ohne weitere Therapiemaßnahmen abgewartet werden. Sind die Beschwerden nicht zu stark, können mitunter schon ein paar einfache Maßnahmen helfen. Lästiger Harndrang lässt sich zum Beispiel lindern, indem man vor dem Schlafengehen oder vor dem Verlassen des Hauses nicht zu viel trinkt. Kaffee und Alkohol wirken harntreibend und reizen die Schleimhaut. Auch hier kann es sich günstig auswirken, den Konsum einzuschränken. Viele Männer setzen bei Prostatabeschwerden auf eine Selbstbehandlung. Besonders beliebt: Wirkstoffe aus der Sägepalme, dem Arzneikürbis oder der Brennnessel, Vitamin D, Vitamin E, Zink und Omega3. Wenngleich nicht alle Studien einen eindeutigen Nutzen dieser Präparate nachweisen konnten, können sie im Einzelfall durchaus Linderung verschaffen.

Wann zum Spezialisten?

Wichtig: Bei ausgeprägten Beschwerden oder wenn weitere Symptome vorliegen, etwa Blut im Urin, Fieber und Schmerzen, bei einem plötzlichen Harnverhalt oder wiederholt auftretende  Harnwegsentzündungen, ist in jedem Fall eine rasche Untersuchung beim Urologen angesagt. Dieser kann mögliche Komplikationen rechtzeitig erkennen und gezielt behandeln. Um die Symptome einer Prostatavergrößerung zu lindern, stehen dem Arzt verschiedene rezeptpflichtige Medikamente zur Verfügung. Zum Beispiel sogenannte Alphablocker, die die Muskeln in Prostata, Blase und Harnröhre entspannen und so den Harndrang mildern. Oder 5-Alpha-Reduktasehemmer entfalten ihre Wirkung allerdings nicht sofort, sondern erst nach mehrmonatiger Einnahme. Welches Präparat der Arzt letztlich verschreibt, hängt weniger von der Größe der Prostata ab als davon, welche Beschwerden im Vordergrund stehen. Auch eine Kombination verschiedener Wirkstoffe kann sinnvoll sein.

Alternativen zu Tabletten

Lassen sich die Beschwerden durch Medikamente nicht bessern, kann ein chirurgischer Eingriff helfen. Als Standard gilt die transurethrale Resektion der Prostata: die Entfernung (Resektion) von Prostatagewebe durch die Harnröhre (Urethra). Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose oder Rückenmarks-Anästhesie. Der Arzt schiebt ein dünnes Rohr durch die Harnröhre und trägt das Prostatagewebe mittels einer Schlinge oder mir Laserlicht ab. Eine Operation ist zur Behandlung einer vergrößerten Prostata heute nur noch selten nötig.

Neue Verfahren in Erprobung

Seit einiger Zeit werden auch sogenannte „Prostata-Implantate“ erprobt. Dabei wird das Prostatagewebe, ebenfalls durch die Harnröhre, mit Fäden gerafft und so der Druck auf die Harnröhre verringert. Wie lange die Wirkung anhält, ist bislang unklar. Krankenkassen bezahlen den Eingriff noch nicht. Schieben Sie einen notwendigen Eingriff nicht auf die lange Bank, schon allein deshalb, weil das Komplikationsrisiko umso geringer sei, je früher der der Eingriff erfolgt.

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